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Vom Bedürfnis, gebraucht zu werden

Meine finale Entscheidung, mich in meiner Körperarbeit ganz und gar auf das Thema weibliche Intimität, Pleasure und/oder Sexualität auszurichten, ist erst ein paar Tage alt und doch sprudeln Ideen, Erkenntnisse, Unterhaltungen mit voller Lebendigkeit aus allen Poren meiner jetzigen Welt.

Was mir in aktuellen Unterhaltungen und Auseinandersetzungen direkt ins Auge springt, ist die unterentwickelte Haltung zu den eigenen Bedürfnissen. Es geht um die offensichtliche Tatsache, dass viele Frauen nach wie vor ihren persönlichen Wert am Erfolg der im außen gestillten Bedürfnisbefriedigung messen.


Die deutlichste aller Fragen, dir mir in diesem Fall einfällt, ist:

Sinkt dein (dir selbst zugeschriebener) Selbstwert, wenn du bemerkst, dass du nicht gebraucht wirst?


Wenn nicht, dann BRAVO!!!


Wenn du aber, wie ich selbst, das Gefühl des Alleinseins kennst, weil dich niemand braucht (und ich rede nicht davon, dass du dich wohl damit fühlst, eine Auszeit von einem bedürftigen Umfeld zu genießen, sondern davon, dass du dich mit der Gefühl konfrontiert fühlst, dass nichts, von dem was du geben kannst, gerade gebraucht wird und du demnach nicht von Interesse zu sein scheinst), dann möchte ich dich hiermit anregen, dich zu fragen, wann du das letzte Mal die Befriedigung deiner eigenen Bedürfnisse zelebriert hast und/ oder (denn das kann dasselbe bedeuten) dem Ausdruck deines authentischen Seins bedingungslosen Raum gegeben hast.


Lange her?

Ein Grund dafür könnte der sein, dass du gelernt hast, dass deinen Bedürfnissen in der Vergangenheit kein oder nicht genügend Wert zugeschrieben wurde, dass dir vorgelebt oder unterbewusst beigebracht wurde, für sie Scham zu empfinden.

Bedürfnisse, die vor allem bei Frauen häufig Scham verursachen, sind Bedürfnisse, wie der Ausdruck von sogenannten negativen Emotionen, wie Wut. Auf der anderen Seite werden in der Öffentlichkeit ausgedrückte Töne, die mit ‚Lust‘ in Verbindung gebrachte werden, häufig mit Abneigung quittiert. Nichts löst allerdings so viel Scham aus, wie das Thema Sexualität.


Weil vielen Frauen eine Beziehung zum eigenen Körper fehlt sowie dem Sinn für ein Recht auf Bedürfnisäußerung, ist es hier ein Leichtes, die eigenen Grenzen zu überschreiten und die Verantwortung ganz und gar abzugeben, häufig unwissend, was man möchte und unvertraut mit dem Gefühl ‚nein‘ sagen zu dürfen oder eben zu wagen, Wünsche nach Befriedigung zu äußern.


Blockaden zwischen Herz und weiblichen Genitalien sind mit großer Wahrscheinlichkeit eher die Norm, als die Ausnahme. Als einfach herzuleitende Konsequenz fehlt es in diesen Fällen an einer gesunden Beziehung zur eigenen Sexualität und/ oder zu natürlichen Bedürfnissen des eigenen Körpers.

Bereiche, die für Kreativität, Lebendigkeit, Ideen und Freude zuständig sind, werden auf Eis gelegt. Die Hüfen sind eng, der Hals ist blockiert (Hals und Sakral sind verbunden), die Lebensfreude sinkt und Schwere, Kühle und Bitterkeit übernehmen den Energiehaushalt.


Wo Hüften sich eingesperrt fühlen und lediglich in eine Richtung ‚marschieren‘, statt in den Tanz zu fließen, wird auch die Denkweise starr und eintönig. Wir können nicht einen Bereich unseres Körpers ausblenden und davon ausgehen, dass der restliche Körper damit einverstanden ist.


Unser Körper besitzt eine naturgegebene Lebendigkeit, die sich lohnt, erlebt zu werden.

Wie das geht? ... tasten, schmecken, riechen, sehen, hören...und dabei NICHT intellektuell verstehen, analysieren, einordnen oder in Boxen ablegen wollen,

sondern einfach urteilsfrei KÖRPERLICH AUFNEHMEN!

Im Körper und MIT DEM KÖRPER sein. Ganz im Vertrauen, die Klänge im Körper wirken LASSEN, deine Haut unter deinen Händen neugierig ertasten, das Lächeln deines Gegenübers wirken lassen, statt es zu kategorisieren, um so möglichst schnell wieder aus der Verbindung zu treten.


Wende dich mit Neugier dem Leben zu und lass es auf dich wirken.

Lass es auf deinen ganzen Körper wirken und beobachte, was geäußert werden möchte.

Gib dich hin und vereine dich mit dem Leben und so mit dir selbst, als Teil von allem.

‚Alleinsein‘ ist immer ein Zeichen davon, nicht mit sich selbst in Verbindung zu stehen, sich selbst nicht zuzuhören, sich nicht zu fühlen: getrennt von seinem Körper zu sein!

Im Unwissen um seine tiefen Bedürfnisse suchen wir dann nach Aufmerksamkeit im Außen. Menschlich, aber dennoch nicht immer nötig.

Sei gut zu dir und lass dich bewegen.


Mmmmhhhhhh

deine Wiebke


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